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Was haben Sie auf den Ohren?

Kopfhörer-Abbildung
Klassischer Kopfhörer*

Sie sind eines der wichtigsten Arbeitsutensilien für Dolmetscher überhaupt, und dennoch eher selten ein Gesprächsthema: Kopfhörer. Viele von uns begnügen sich mit den Hör-Geräten, die von den Technikanbietern bereitgestellt werden, andere wiederum haben sich selbst ein Paar zugelegt. Wer überlegt, sich eigene Kopfhörer anzuschaffen, sollte nicht einfach das Billigmodell vom Grabbeltisch nehmen, sondern einige Dinge im Auge haben. (Die Wikipedia bietet einen sehr guten Übersichtsartikel.)

Zunächst einmal ist der Tragekomfort ein wichtiges Kriterium, schließlich sind wir oft über Stunden hinweg fast durchgehend im Einsatz. Brillenträger (zu denen auch der Autor zählt) haben bisweilen Schwierigkeiten mit den sogenannten Muschelkopfhörern, die also außen auf dem Ohr aufliegen, und greifen dann vielleicht lieber zu In-Ohr-Kopfhörern. Diese finden andere Kollegen - gerade bei längerem Tragen - unbequem oder auch unhygienisch; manchmal sitzen sie auch nicht richtig und fallen womöglich in "bewegten" Momenten einfach heraus. Letztlich entscheiden wohl aber doch die persönlichen Vorlieben. Ein interessantes Kriterium ist auch, ob man als Dolmetscher den Kopfhörer immer nur auf einem Ohr oder auf beiden Ohren trägt. Modelle ohne Kopfbügel bieten hier etwas mehr Komfort, wobei man bei einem Bügelkopfhörer natürlich auch eine Seite einfach hinter das Ohr schieben kann.

Ebenso wichtig ist die Klangqualität. Achten sollte man hier vor allem auf Ausgewogenheit, und daher etwa auf ein Modell mit extrem basslastigem Klangbild verzichten. Zum Testen kann man einfach Audiodateien mit gesprochenem Wort auf den eigenen MP3-Player laden und diesen ins Geschäft mitnehmen.

Weitere Kriterien wären:

  • Verarbeitung: Gerade beim Kabel auf Qualität achten, damit nicht zu früh Brüche oder sonstige Abnutzungserscheinungen durch intensiven Gebrauch entstehen.
  • Zubehör: Stecker-Adapter (bspw. von 3,5 auf 6,35 cm) sind ebenso eine sinnvolle Ergänzung wie eine Tragetasche oder ein Etui. Zur Reinigung kann man Feucht- oder Hygienetücher benutzen - gerade bei In-Ohr-Kopfhörern wichtig! Gute Pflegehinweise gibt es bei Sennheiser.
  • Design: Warum soll ein so wichtiges Arbeitsgerät nicht auch schick aussehen? Die sehr beliebte Bang&Olufsen-Kopfhörer gibt es jetzt bspw. auch in verschiedenen Farben.

Und was ist mit Headsets? Unter einem Headset - auf gut Deutsch auch "Sprechgarnitur" oder, ganz liebevoll, "Sprechgeschirr" - versteht man einen Kopfhörer mit integriertem Mikrofon. An sich eine praktische Sache, da der Abstand zwischen Mund und Mikrofon immer gleich bleibt und man - abgesehen vom Kabelsalat - eine gute Bewegungsfreiheit hat. Im Alltag sind Headsets allerdings selten anzutreffen; die Technikanbieter werden meist durch den höheren Verschleiß und Wartungsaufwand abgeschreckt, Dolmetscher haben ihrerseits oft Schwierigkeiten, das Gerät überhaupt an das Dolmetschpult richtig anzuschließen.

Keine Erfahrungen habe ich mit den Nackenbügel-Kopfhörern oder mit drahtlosen Modellen. Vielleicht kann eine Leserin oder ein Leser Infos beisteuern? Die sogenannten Noise-Cancelling-Kopfhörer (bspw. von Bose) sind meiner Meinung nach für unsere Zwecke weniger geeignet, da sie recht schwer sind und stets mit Strom gespeist werden müssen. Außerdem hört man sich möglicherweise selbst nicht laut genug, wodurch die Outputkontrolle leiden kann.

Zum Abschluss hier noch einige Kopfhörermodelle, die von Kollegen gern genutzt werden:

  • Der Klassiker, auf den viele schwören: Bang&Olufsen (Wie gesagt: jetzt auch in bunt!)
  • Auch recht verbreitet: Sennheiser PX 100 bzw. PX 200 (klassischer Bügelkopfhörer, das 100er-Modell ist offen, das 200er geschlossen)
  • Der Favorit des Autors: Philips SHS4700/00 (getrennte Ohrmuscheln, außen aufliegend mit weichem Polster, sehr angenehm auch für langen Gebrauch)
  • Ein ähnliches interessantes Modell: Pioneer SE-E33-X1
  • Tipp eines Kollegen: Sennheiser MX 55

Quellenhinweis Abbildung

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